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 Pulitzerpreis

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Micha L






Anmeldungsdatum: 19.11.2003
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BeitragVerfasst am: 14.08.2017, 21:30    Pulitzerpreis Antworten mit ZitatNach oben

Der vietnamesischstämmige Schriftsteller Nguyen Viet Thanh hat für seinen Roman "Der Sympathisant" den Pulitzerpreis bekommen.

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article167619805/Wie-es-ist-aus-zwei-Gedaechtnissen-gestrichen-zu-werden.html

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xenos




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BeitragVerfasst am: 15.08.2017, 22:43    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Auszug aus :

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article167619805/Wie-es-ist-aus-zwei-Gedaechtnissen-gestrichen-zu-werden.html

Zitat:
„Ich verwende ‚Apocalpyse Now!‘ als Symbol amerikanischer Macht“, sagt er an diesem Nachmittag in Berlin. „Sie ist so groß, dass sie sich selbst kritisieren kann, und sie ist so dominant, dass sich jeder das anhören muss. Mein Roman hingegen ist nur ein Roman, auch wenn er viele Hunderttausend Leser gefunden hat. Selbst schlechte Hollywoodfilme haben Millionen Zuschauer.“


Für mich ist ‚Apocalpyse Now!‘ ein großartiger Film der unter "schwierigen" Verhältnissen erstellt wurde.
Die Hauptdarsteller - besonders Martin Sheender, der nebenbei einen Herzinfarkt erlitt - waren daurnd bekifft und mussten sehr lange Zeit warten , bis das philippinische Militär seine Hubschrauber zur Verfügung stellte.
Die waren nähmlich in den Kampf gegen Aufständige dauernd im Einsatz .
Als es soweit war, hatte Marlon Brando genug und wollte abreisen.

Eigentlich zeigt der Film das Scheitern des amrikanischen Militärs - trotz materieller Überlegenheit.

Ganz nebenbei ist diese Storry vom Ursprung keine amerikanische sondern eine belgische.
Vorlage war Joseph Conrads Erzählung Heart of Darkness – Herz der Finsternis. Diese Erzählung beschrieb die grauenhafte Situation in Belgisch-Kongo um 1899.
https://de.wikipedia.org/wiki/Herz_der_Finsternis

Trotzdem freue ich mich über diese Preisverleihung.

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Micha L






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BeitragVerfasst am: 16.08.2017, 16:26    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Hallo,

daß selbst schlechte Hollywoodfilme viele Zuschauer haben, darauf spielt er an.
Aber ganz sicher meint er damit nicht "Apocalypse Now".

Was ihn bewegt ist, daß in all diesen Vietnamfilmen Viertnamesen kaum zu Wort kommen (wahrscheinlich kennt er aber "Zwischen Himmel und Hölle nicht") und daß anders als sonst, die Verlierer Geschichte schreiben.

Ich finde es gut, wenn Vietnamesen nicht einseitig sind und dadurch zueinander finden, trotz ganz verschiedener Biografien.
Er könnte so einer sein.

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xenos




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BeitragVerfasst am: 17.08.2017, 00:18    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« Micha L » hat folgendes geschrieben:
Hallo,

daß selbst schlechte Hollywoodfilme viele Zuschauer haben, darauf spielt er an.
Aber ganz sicher meint er damit nicht "Apocalypse Now".
....

Vielleicht meinte er ja die unglaublichen Rambo-Filme . Geschockt
Mit denen (im Film) nachträglich doch ein Ami gesiegt hat. Lachen

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GerdM
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BeitragVerfasst am: 17.08.2017, 13:00    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Von den vier Rambofilmen hat nur einer in Vietnam gespielt und die hatten sogar die falschen Uniformen an. Besonders der erste Film zeichnet eher das Bild eines Verlierers, der in der Heimat nach dem Krieg scheitert und als Landstreicher umherziehen muss. In meinen Augen ein sehr gut gemachter Film. Film 2 und 3 haben damit nichts mehr gemein. Film 4 fand ich wieder gut.

Dass im US-Kino nur Heldenfilme mit siegreichen US-Soldaten zu sehen sind, stimmt auch nicht. Es gibt da eine ganze Palette. Mir fällt da z.B. auch "Black Hawk Down" ein und wenn wir beim Thema Vietnamkrieg bleiben wollen "Die durch die Hölle gehen" (engl. Deer Hunter).

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xenos




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BeitragVerfasst am: 17.08.2017, 14:28    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

"Die durch die Hölle gehen" fand ich äusserst beeindruckend !

Was die Rambo-Filme betriff gebe ich zu, dass ich nur einen gesehen habe.
Kann mich aber nicht mehr dran erinnern. Verlegen

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Micha L






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BeitragVerfasst am: 18.08.2017, 17:46    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Der Autor behauptet nicht, daß in den US-Filmen nur Sieger gezeigt werden (das wäre ja Unsinn), sondern daß anders als üblich die Verlierer "Geschichte machen", d.h. deren Sicht auf die Ereignisse vorherrschend ist.
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GerdM
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BeitragVerfasst am: 18.08.2017, 19:35    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Global gesehen hat der Westen (unter Führung der USA) gegen den Sozialismus gewonnen.
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Micha L






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BeitragVerfasst am: 18.08.2017, 21:55    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Darum geht es nicht.
Der Schriftsteller mußte als Kind 1975 außer Landes fliehen und wurde Amerikaner.
Sein Thema ist das amerikanisch-vietnamesische Verhältnis und das Schicksal der betroffenen Vietnamesen. Den Vietnamkrieg haben die Amerikaner nicht gewonnen.
Die US-Vietnamesen sind aus dem US-Gedächtnis und aus dem Gedächtnis der siegreichen Kommunisten gestrichen.
Das alles kannste in der eingangs verlinkten Seite nachlesen.

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xenos




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BeitragVerfasst am: 19.08.2017, 00:07    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Liegt wohl daran, dass die Menschen oft schablonenhaft denken.
Es gibt gut und schlecht.
Gewinner und Verlierer .
Über Ursachen und Auswirkungen sowie Kollateralschäden macht man sich weniger Gedanken.
Die waren in Vietnam gewaltig. Nach unterschiedlichen Schätzungen gab es bis zu fünf Millionen Tote, darunter etwa viermal so viele Zivilisten wie Soldaten.
Und es hörte nach dem Krieg nicht auf.
1,6 Millionen Vietnamesen versuchten das Land per Boot zu verlassen. Das sind 1/3 der Toten. Die Macht der Sieger lässt grüßen!

"Dem" Westen" war die Niederlage peinlich. Eine weitere Auseinandersetzung damit auch.
Gerne hätte man da alles verdängt. Die Bootsflüchtlinge verhinderten das aber.
Andere bekamen viel weniger Aufmerksamkeit.
z.B. mit den USA verbündeten Hmong .

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Micha L






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BeitragVerfasst am: 19.08.2017, 11:40    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

Ja, genau darum geht es ihm wohl.
Ich finde es gut, daß der Autor in dieser Hinsicht nicht völlig amerkanisiert ist.
Sicherlich machte ihn gerade dies preiswürdig.

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Wi876
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BeitragVerfasst am: 10.09.2021, 15:46    (Kein Titel) Antworten mit ZitatNach oben

« xenos » hat folgendes geschrieben:
Auszug aus :

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article167619805/Wie-es-ist-aus-zwei-Gedaechtnissen-gestrichen-zu-werden.html

Zitat:
�Ich verwende �Apocalpyse Now!� als Symbol amerikanischer Macht�, sagt er an diesem Nachmittag in Berlin. �Sie ist so gro�, dass sie sich selbst kritisieren kann, und sie ist so dominant, dass sich jeder das anh�ren muss. Mein Roman hingegen ist nur ein Roman, auch wenn er viele Hunderttausend Leser gefunden hat. Selbst schlechte Hollywoodfilme haben Millionen Zuschauer.�


F�r mich ist �Apocalpyse Now!� ein gro�artiger Film der unter "schwierigen" Verh�ltnissen erstellt wurde.
Die Hauptdarsteller - besonders Martin Sheender, der nebenbei einen Herzinfarkt erlitt - waren daurnd bekifft und mussten sehr lange Zeit warten , bis das philippinische Milit�r seine Hubschrauber zur Verf�gung stellte.
Die waren n�hmlich in den Kampf gegen Aufst�ndige dauernd im Einsatz .
Als es soweit war, hatte Marlon Brando genug und wollte abreisen.

Eigentlich zeigt der Film das Scheitern des amrikanischen Milit�rs - trotz materieller �berlegenheit.

Ganz nebenbei ist diese Storry vom Ursprung keine amerikanische sondern eine belgische.
Vorlage war Joseph Conrads Erz�hlung Heart of Darkness � Herz der Finsternis. Diese Erz�hlung beschrieb die grauenhafte Situation in Belgisch-Kongo um 1899.
https://de.wikipedia.org/wiki/Herz_der_Finsternis

Trotzdem freue ich mich �ber diese Preisverleihung.



wow krass, aber spe interssants

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